Der Brief der Krähe

"EIN ANGEBOT,

IHR - SUCHT NICHT MEHR NACH MIR.
IHR - VERLASST DIE STADT.
IHR - KEHRT NIEMALS WIEDER IN DIE STADT.
IHR - GEBT EINEN SCHWANK BLUT DER WEISZMAGA IN EINEM KELCH AUF DEM BORONSANGER
IHR - GEBT EINEN SCHWANK BLUT DES PRAIOTEN IN EINEM KELCH AUF DEM BORONSANGER
UND DAFÜR
WERDEN DIE ORKS DIE STADT GREIFENFURT NIMMER WIEDER EROBERN.

DER ROTE DAIMON"

Quelle: Greifenfurt

 

Phexens Tunnel

"Phexens Tunnel«:
Nur Mut! Durchquere diesen Tunnel, und nur wenige Meter trennen dich dann von Orkenhort. Erspare dir den langen Weg, der überdies ebenfalls seine Gefahren kennt.
Ergreife den Würfelbecher - er ist mit 2 W-Sechsern gefüllt — und krieche in den Gang auf das erste Feld. Würfele dort. Du darfst aber keine l würfeln. Ha - wirst du sagen, das ist leicht! Mit zwei Würfeln kann ich gar keine l würfeln! Recht hast du!
Rücke also ein Feld vor, würfele dort mit 2 Würfeln, würfele aber keine 2, rücke wieder vor, auf Feld 3, würfele dort keine 3 und so weiter, bis du das zwölfte Feld überquert hast.
Wenn du auf einem Feld die Nummer des Feldes würfelst, oder wenn du auf irgendeine Weise zu schummeln versuchst, ist das Spiel für dich vorbeiin jeder Hinsicht! Und nun viel Spaß, es könnte dein letzter sein.

Quelle: Der Orkenhort

 

Greifenfurt: Quelle 1

Eine gar seltsame Geschichte rankt sich um den
Boronspförtner Warsew, den man den "nicht
Alternden" nannte und der zu Zeiten Rohals in
Greifenfurt diente. Der Südländer, den man im
gestrengen Wolfswinter halb erfroren vor den
Pforten der Stadt fand, diente wohl über 40 Jahre
dem Gott des Todes und schlug niemals fehl mit
seinem ge?ammten, schwarzen Fechtschwert.
Doch wie der Kaiser in Gareth soll auch er in
seinem Dienst um keinen Tag gealtert sein. Wohl
zehn Jahre nach Begründung des Elfenseminars zu
Donnerbach verließ er die Stadt und vereinbarte mit
den hohen Herren des Magistrats, seinen eigenen
Nachfolger zu suchen. Fast ein Jahr wartete man,
bis Wresan der Zureiter hierher kam und das
ge?ammte Schwert aus schwarzem Stahl trug. Seit
jenem Tag, als Warsew durch die Tore der Stadt
nach Süden ritt, ist es Brauch in Greifenfurt, dass
der Henker seinen eigenen Nachfolger bestimmt und
das schwarze Schwert als Symbol der Henkerswürde
von allen Boronspförtnern getragen wird.
Grusman der Schreiber,
gezeichnet am 3. Rahja im 23. Jahr Kaiser Bodars

 

Greifenfurt: Quelle 2

Pamphlet wider die Saljether Menschenschlächter
Zu schwach waren die Dünnbärtigen, von der
Natur mit verzerrtem Körperwuchs bestraft,
um sich selbst zu helfen. Viele Jahre waren
vergangen, seit die Dichtbehaarten ihnen Saljeth
genommen hatten, um dort ihrem Blutgott zu
huldigen. Erst mit Hilfe der älteren Völker und
dessen, der vom Himmel stieg, gelang es, den
Schand?eck zu tilgen. Doch der Preis, der in den
Blutgewölben zu entrichten war ...

 

Greifenfurt: Quelle 5

Fundort: Magistrat
18. Boron des 17. Jahres nach der Tronbesteigung
des Kaisers Hal
Am gestrigen Nachmittag wurde auf dem Platz der Sonne ein
wilder Mann in den Schandkragen geschlossen, der gar lästerliche
Reden über unsere Stadt führte. Am nächsten Morgen wurde er
auf Beschluss des Magistrats mit Schimpf und Schande aus der
Stadt gejagt. Er redete von „brennenden Wassern, die Kinder und
Sieche verschlingen werden.“ Des Weiteren behauptete er, dass
„unter dem Haus des Lichts das fnsterste Übel verborgen sei“ und
„Boron in diesen Mauern so reiche Ernte halten werde, dass Shazars Äpfel von den Gebeinen der Toten gespeist würden.“ Noch
viel mehr solch gotteslästerlichen Unsinns verkündete der Mann,
der sich selbst Gutfolg nannte und wohl seinen Geist in den Wäldern verloren hat.
Irgan Zaberwitz,
Stadtschreiber zu Greifenfurt

 

Greifenfurt: Quelle 6

Heute am 12. Ingerimm wurde unser
Henker Eseraz, der Waffenmeister, durch
den Arm der Gerechtigkeit, den Bringer des
Lichtes, Großinquisitor Aarian von Gareth
vom unheiligen Leben zum Tode gebracht.
Weder die Folter noch das Rad konnten dem
ruchlosen Eseraz das Leben nehmen, so daß der
Großmeister ihn am Abend in einem Ritual mit
sieben silbernen Dolchen in die ewige Finsternis
schickte. Ganz Greifenfurt und viele Bauern aus
der Region waren gekommen, um dem Spektakel
auf dem Platz der Sonne beizuwohnen. Noch
vor Eseraz starb seine Geliebte, Derlala Brohm.
Die Patriziertochter, selbst vom Bösen besessen,
hatte unter der Folter ihre Bluttaten und ihren
Meister verraten. Diese Buhlin der Nacht
richtete der Gott Praios selbst, indem er sie mit
dem ersten Sonnenstrahl des Tages zu Asche
verbrannte. Ihr Meister aber wurde im Stein
verschlossen unter dem Altar des Lichtes.
Gezeichnet am 12. Ingerimm,
im 30. Regierungsjahr des Kaisers Alrik,
Malba Pohle, Stadtschreiberin zu Greifenfur

 

Greifenfurt: Quelle 7

Seit Wochen werde ich verfolgt und bedrängt.
Jetzt drohen mir die Inquisitoren mit der
hochnotpeinlichen Befragung. Ich bin unschuldig,
doch ich bin auch nur ein alter Mann. Bevor ich
auf der Folter ein Verbrechen gestehe, das ich
nicht begangen habe, scheide ich lieber freiwillig
aus dem Leben. Mögen die Götter mir vergeben!
Irgan Zaberwitz
Verfasst am 20. Tag des Monats Praios, im 20.
Jahr nach der Thronbesteigung des Kaisers Hal

 

Greifenfurt: Quelle 10

Nach dem Ende der unseligen Magierkriege
war unser herrliches Reich so geschwächt,
daß abermals die widerwärtige Brut der Orken
einfel und erst nach tapferem Kampfe und
großen Opfern auf den Blutfeldern vor Gareth
und der Schlacht bei Ferdok vertrieben wurde.
Auch unser ach so stolzes Greifenfurt wurde
von blutrünstigen Bestien überrannt. Der
Tempel der Sonne geschändet und die Menschen
versklavt. Oh du Gütiger, warum prüfst du die
deinen erneut so schwer? Doch wieder einmal
erwies sich, daß Praios Segen auf unserer
Stadt liegt, denn die Orken konnten vertrieben
und der Tempel neu errichtet werden. Erster
Bürgermeister der freien Stadt Greifenfurt wurde
Etzelbrecht Brohm, der der Stadt Greifenfurt in
den kommenden Jahren zu neuem Glanze verhalf
und die Schrecken der Tyrannei vergangener Tage
vergessen macht.
Vitus Durenald, Privatbibliothekar der Familie
Brohm im 5. Regierungsjahr seiner Majestät,
Kaiser Eslam

 

Greifenfurt: Quelle 11

So zogen wir für Swafnir hin
in ferne, fremde Lande
den Schwarzpelt schlagen, unser Sinn
fern fort von jedem Strande,
fern fort von jedem Strande.
Mit wackren Kerlen aus dem Reich
entdeckten wir die Stätte,
die voller Blut, voll Knochen bleich,
den Orks gedienet hätte,
den Orks gedienet hätte.
Wie längst kein orkisch Tempel mehr
in Saljeths Mauern stand,
verheerte ein vereintes Heer
des Orkes schrecklich’ Land,
des Orkes schrecklich’ Land.

 

Greifenfurt: Quelle 12

Das Reich erstrahlt im Glanz seiner Majestät,
Kaiser Rude. Um seine neuste Eroberung zu
festigen, ließ der Kaiser ein Jahr nach der
Unterwerfung der Hjaldinger eine Heerfahrt
ins Land der Orks unternehmen, um neue
Lande zu erschließen und dem lästigen Geplage
nun endgültig den Garaus zu machen. Von dort
erreicht uns nun die Kunde, daß die Streiter
des Kaisers nicht nur die primitiven Orks in
ihre Schranken weisen konnten, sondern auch
eine gewaltige Kultstätte vorfanden, in der die
Wilden wohl ihren Götzen huldigten. Wie uns
berichtet wird, soll die Anlage ganz ähnlich
derer sein, wie sie in den Dunklen Zeiten in
Saljeth bestanden habe. Doch wie schon in
Saljeth gelang es mit Praios Segen, die Orks zu
vernichten und die Stätte zu schleifen. Möge
die Gerechtigkeit des Herrn ganz Aventurien
erleuchten.
Gezeichnet am 23. Tage des Praios im 21.
Regierungsjahre seiner Majestät, Kaiser Rude,
Godefried Bodiak, Stadtschreiber zu Greifenfurt

 

Bericht über die Gor

»Gegeben im Jahre 12 der Kaiserlosen Zeit zu Khunchom durch
Barrado Shahrach, Geometer Ihrer Durchlaucht der Fürstin von
Aranien, Mitglied der Kaiserlich Derographischen Gesellschaft,
Edler zu Anchopal, Hauptmann i.R. des II. Fürstlich Aranischen
Reiterregiments. (. .. )
9. 'Rondra: Um Anchopal brachen wir auf mit sechsunddreißig
Gelehrten und JVajfenknechten, einem Magus, · einem wüsten erfahrenen
Rastullah-Anbeter, einer Geweihten der Hesinde, vierzig
Kamelen und Wasser und Proviant für vier Wochen. (. .. )
1 1. Rondra: Gestern stieg das Land noch sanft an, und die Reise
war nicht übermäßig beschwerlich. Seit heute scheint es uns,
als würde die Luft merklich kälter. Der Wind weht ständig von
Südsüdost und treibt gelegentlich rollende Büsche und Staubfahnen
vor sich her. Der Boden unter dem kargen Gras schimmert in
rostigem Rot und stumpfem Gelbbraun. (. . .) Im Süden steigt das
Land jetzt stärker an, wobei sich der Grund in wirren Formationen
bricht, als sei hier früher Wasser geflossen oder die Felsen vom
Winde angenagt. Hin und wieder finden wir auch einzelne Felsblöcke,
wild in der Landschaft verstreut, als habe sie ein zorniger
Zyklop geschleudert und dann vergessen (. . .)
.
13. Rondra: Wir kommen nur langsam voran. Viele der ansteigenden
Schluchten winden sich wie Schlangen und enden dann
im Nichts. Die Steilwände sind zernarbt wie nach schwerem
Bombardement. Seit gestern haben wir kein einziges Tier mehr
gesehen, und auch der Bewuchs wird immer spärlicher. JVasser
scheint es keines zu geben. Neben dem roten Sandstein finden wir
gelegentlich auch Felsnppen und Türme aus dunklem Basalt, die
dem Zahn der Zeit besser widerstanden haben (. . .)
1 6. Rondra: Am frühen Nachmittag fanden wir endlich den
i#g nach oben. Auf einer natürlichen Brücke über eine finstere
Klamm haben wir zwei unserer Kamele mit all ihren Vorräten
verloren, als sie wohl hundert Schritt tief stürzten.
Wir befinden uns jetzt am Rande einer Hochebene, wohl dreihundert
Schritt über dem Umland. Die Luft ist klar und eiskalt, was
unseren Wüstensohn sehr erstaunte. Das Land ist eben bis zum
Horizont, nur gelegentlich ragen in der Ferne basaltene Monolithen
in die Höhe wie Finger oder verdorrte Hände. Der Wind
weht jetzt von Südost - und, wenn uns unsere Sinne nicht trügen,
von schräg oben. Es gibt keine Spur von Leben. 1-Vi"r schlagen unser
Lager auf (. . .)
1 7. Rondra: Wir sind dem Wind entgegenmarschiert, der uns in
der Nacht ein unheimliches Lied gesungen hat. Das Marschieren
ist schwieriger, als es der erste Blick verheißt, denn wir legen kaum
eine Meile pro Stunde zurück (was ich aber nicht beschwören
will, denn es ist schwierig, eindeutige Landmarken festzulegen).
JVas wie flaches Land aussieht, sind trügerische Staubsümpfe, die
Mulden von einem und mehr Schn·tt Tiefe ausfüllen. Darüber
strömt noch feinerer, roter Staub wie ein u·äger Fluss, getrieben
von jenem Wind. Gelegentlich senkt sich der Grund auch mehr
denn zehn Schritt. Als wir eine solche Senke erkundeten, fanden
wir unter dem Staub wärmere Luft, die abgestanden und nach
Schwefel roch.
Der erste Monolith, den wir erreichten, hatte eine Höhe von fast
dreißig Schritt, war annähernd von sechseckiger Grundfläche und
bestand aus verwittertem Basalt, so dass er an eine Säule aus einem
urtümlichen, längst vergessenen Boran-Tempel gemahnte.
Das Land scheint weiterhin leicht anzusteigen ( .. .)
18. Rondra: Die letzte Nacht war ein grausiges Erlebnis. Nicht
nur; dass es bitterkalt war; so dass unserem Waffenknecht Germon
zwei Zehen abfroren, nein, auch die Kamele fanden keine Ruhe,
so als sc/zleiche ständig ein Raubtier um das Lager herum. Dazu
kommt das Heulen und Singen des Windes - wie ein Chor der
Verdammten. Zu allem Überfluss fand der Wachhabende auf seinem
Rundgang auch noch das Skelett einer riesenhaften Kreatur;
dessen Knochen vom Staub blankpoliert und so dünn geschlifef n
waren, dass das Mondlicht hindurch schien.
Unser Feuerholz ist aufgebraucht, und auch unsere Wasservorrätt:
stehen nichf zum Besten, so dass wir nun Kamelmist verfeuern
und trotz des Staubes unsere Trinkgewohnheiten einschränken
müssen. Ich habe mich entschieden, trotzdem weiterzumarschieren
und im Süden den Abstieg zu versuchen.
Etwa um die Mittagsstunde erreichten wir eine gewaltige zersplitterte
Basaltformation, die aus der Entfernung einer aus dem
Boden ragenden, geballten Faust ähnelte. Beim Näherkommen
fanden wir Spuren eines Bauwerks, dessen geschliffene Grundmauern
wie aus dem schwarzen Basalt und dem roten Sandstein
herausgewachsen schienen. Die Fundamente eines Turmes und
mehrerer Nebengebäude konnten wir identifizieren, alles von n·esenhafter
Gewalt eingeebnet. An einigen Stellen fanden wir noch
Reste von Zauberrunen. Unser Magus ist der festen Überzeugung,
dass wir vor den Resten von Borbarads Festung stehen, und er befindet
sich gerade in einem heftigen Streitgespräch mit Schwester
Callyana, die ztlm sofortigen Verlassen dieses unheiligen Ortes
mahnt. Der Wind kommt jetzt übrigens fast direkt von oben und
ist auch stärker als bisher.
Später: Wir sind bis zum Einbruch der Dunkelheit noch eine Meile
weit marschiert, um den grausigen Fund hinter uns zu lassen.
Bei Nacht will ich nicht weiterziehen lassen, da·wir gestern bereits
ein Kamel in den Staubsümpfen verloren haben. Das Heulen des·
Windes zerrt an unseren Nerven, und wir vernehmen Modulationen,
die sich wie Sprache anhören. Im Südwesten kann man einen
sanften Hügel erkennen, der anscheinend von innen pulsiert und
leuchtet. Die Sterne sind fast zum Greifen nahe.
Noch später: Eins unsrer Kamele hat sich losgerissen und ist in
wilder Panik davon gestürmt. Auch alle anderen Tiere sind kaum
zu beruhigen. Und das schlimmste von allem: Unser Magus ist
verschwunden, offensichtlich, um die Ruinen von Borbarads
Turm auf eigene Faust zu erkunden. Mögen die Götter ihm gnädig
sein. Etwa drei Stunden nach Mitternacht verstummte übrigens
das Heulen des Windes, nachdem es sich vorher zu einem
urtümlichen Gebrüll gesteigert hatte. Der Wind beginnt aber jetzt
langsam wieder einzusetzen, wobei er große Mengen von Staub
aufwirbelt, die uns Sicht und Atem nehmen (. . .)
de verkrampft - und ohne einen einzigen Tropfen Blut in seinen
Adern, obwohl wir keine Wunde entdecken konnten (. . .)

Der Hügel, den wir letzte Nacht gesehen haben, bleibt verschwunden,
also haben wir uns entschlossen, direkt nach Süden vorzustoßen,
dem ewigen Wind und dem Staubstrom folgend.
21. Rondra: Häufige Basaltformationen. "Westlich von uns ein
Gebilde, das an eine Kralle erinnert, fast genau südlich davon ein
gigantischer Turm, wohl eine halbe Meile im Durchmesser und
sicherlich ebenso hoch. Stoßen immer häufiger auf Skelette. Der
Staub hat unsere Stiefel blankpoliert und durchlöchert; die Beine
der Kamele sind blutig gescheuert. Zwei der Tiere sind wild geworden
und mit der Ausrüstung davon. Unser Wasser reicht noch
für sechs Tage (. . .)
22. Rondra: Haben den Südrand erreicht und schauen auf die Gorische
Steppe hinunter; die uns gegen das, was hinter uns liegt, wie
ein blühendes Paradies anmutet. In der Nähe des dämonisch drohenden
Turmes wurden wir von einer riesigen Spalte überrascht,
die uns Schwester Callyana und zwei Kamele forderte. Wir haben
zwei Waffenknechte abgeseilt, die berichteten, dass es unter dem
Staub wohl mehrere hundert Schritt in die Tiefe ginge. Kein Abstieg
zu erblicken. Wir machen uns gen "Westen auf (. . .)
26. Rondra: T-Vr uns erhebt sich ein gigantisches Tor aus Basalt, offensichtlich
natürlichen Ursprungs, aber bestimmt fünfzig Schn"tt
hoch. Darunter beginnt eine Klamm. Wir steigen hinunter (. . .)
Später: Nach etwa vierzig Höhenschritt Abstieg haben wir ein....
Talkessel erreicht, an dessen Ostwand sich ein poliertes, doppelflügeliges
Basalttor erhebt, das in den Berg führt. Beide Flügel
tragen das Symbol des Raben. Ich glaube, das "Werk des Heiligen
Khalid al'Ghunar gefunden zu haben. In Abwesenheit der Geweihten
habe ich die Rituale durchgeführt, aber zu einer würdigen
Andacht ist niemand mehr in der Lage. Die Klamm führt
weiter nach unten (. . .)
Später: Ich glaube, wir haben es geschafft, wenn wir auch an
Körper und Seele gelitten haben. In der Klamm heult der Wind
wie eine missgestimmte Orgel oder ein waidwundes Tier. Auch
gibt es dort Geister; (!iele Gespenster und Erscheinungen, wie die
Reste einer großen Armee. Bosik und Ferlana sind schreiend davon
gerannt. fetzt sind wir unten, nach bestimmt zweihundert(
Mannshöhen. Das letzte Stück müssen wir klettern. Wir werden
die Kamele zurücklassen. Unter uns erkennen wir ein breites Tal
mit spärlich bewachsenen Hügeln am anderen Ende (. . .)
2 7. Rondra: Allen Göttern sei Dank. In den Hügeln haben wir ein
sandiges Wasserloch gefunden. Nördlich von uns dräut die steile
Wand des Tafelberges, an deren Fuß Basaltsäulen wie ein Korsett
oder Schiffsspanten aufragen. Immer wieder die sechseckigen Formen.
Tiere haben wir noch keine gesehen; das Heulen des Windes
dauert an, und ich werde es wohl bis an mein Lebensende nicht
aus meinen Ohren verlieren (. . .)
5. Efferd: Wir 19 haben Mherwed erreicht, wo man uns zuerst
für Räuber und "Wegelagerer hielt. Selten erschien mir eine solche
Anhäufung von Lehmhütten und Kameldung so lieblich. Wir
werden mit einem Trt(idelkahn nach Khunchom fahren, und niemand
wird mich mehr dazu bewegen, auch nur einen Schritt in
diese götterverlassene Gegend zu setzen!«

Bericht des Landvermessers Barrado Shahrach aus dem jahre
914 BR (Meister Shahrach rüstete übrigens 13 Jahre später eine
weitere Expedition in die Gor aus und ist seitdem verschollen.)

 

Grobe Geschichte der Magierkriege

Die Armee, die Rohal in die Gorische Wüste folgte, um Borbarad und seine Anhänger zu schlagen, umfasste etwa 2.000 Kämpfer, Geweihte und Magier aus allen Teilen Aventuriens. Ihre Spur verliert sich in Anchopal, wo die letzten Recken zu Rohals Heer stießen.
Nach etwa zwei Wochen, ständig bedroht von dämonischen und halbmenschlichen Scheußlichkeiten, erreichten 1 .800 von ihnen die Schwarze Feste und begannen mit Hilfe ihrer
Zauberer, sich auf eine Belagerung einzurichten. Lange währte das Duell zwischen Rohal und Borbarad, die Sphären selbst wurden gespalten, und beide Seiten riefen ihre überderischen Diener zu Hilfe: Dämonen und Elementare.
Viele der Recken vergingen in Flammen, Säure und Gift oder wurden Opfer von Wahnsinn.
Schließlich gelang es Rohal, den Dämonenmeister in die Finsternis zwischen den Sphären zu schleudern, doch als sich die Nebel und Illusionen legten und kein Feuer mehr vom Himmel fiel, da war auch Rohal verschwunden.
Noch ganze 400 Streiter waren von seinem Heer geblieben.
Angeführt vom Hesinde-Geweihten Ariarchos schlugen sie sich zum Südabhang der Wüste durch und begannen den Abstieg. Doch hier, in jenem Talkessel, in dem die Helden gerade stehen, lauerten ihnen die Reste von Borbarads finsterer Schar auf: Geister, Dämonen, Chimären, Werwesen, finstere menschliche Kämpfer und sogar ein Drache fielen über die Recken her. Kein magischer Schild, kein göttlicher Beistand konnte ihnen helfen. Sie wurden bis zum letzten Mann niedergemacht. Doch auch Borbarads letzte Schar wurde so sehr geschwächt, dass sie keine Gefahr mehr darstellten.
Zwanzig Jahre später brach der Borongeweihte Khalid al'Ghunar mit dreißig Getreuen von Rashdul aus auf, um Spuren des Heeres zu finden. Er war es, der diese Grabstätte errichtete und einen Großteil der unheiligen Wesenheiten von hier vertrieb. Er fand auch die Reste der Au fzeichnungen des Ariarchos und nahm sie mit sich. Die Abschrift dieses Berichtes gilt jedoch seit über dreihundert Jahren als verschollen, die Urschrift ist längst Satinavs Hörnern zum Opfer gefallen.

 

Astrologiosches Horoskop der Nacht von Dagenfeld,

ausgestellt von Dschelef ibn Jassafer

Wenn der Sternkundige wirklich erfolgreich ist, dann ist die Astrologie nicht einfach ein undeutliches Symbol, sondern eine echte Offenbarung kosmologischer Zusammenhänge:

Die Mondbahn verläuft schon seit Wochen extrem weit südlich, dazu kam in dieser Nacht des zunehmenden Mondes eine ausgesprochen auffällige und ungewöhnliche Konjunktion mit vier der acht Planeten. Knapp über dem Südhorizont steht das Sternbild des Satinav direkt im Meridian, darin das wiedergeborene Madamal, in eindeutiger Konjunktion dazu Nandus und Marbo, des weiteren Kor in Negation und Simia im Trigon.

Deutung nach allen Regeln der Kunst: "Die Mada im Süden bedeutet stets Übermacht der Magie (die gefangene Mada rebelliert ja seit Äonen gegen eine völlig geregelte Bahn). Satinav, normalerweise nur Symbol, ist bei dieser extremen Konstellation wörtlich, ja, personifiziert zu verstehen: ein Frevel gegen den Wächter der Zeit. Ebenso ist Nandus der leibhaftige Halbgott, der warnt. Kor in Negation wird dadurch vieldeutig: Kampf, also Wettlauf gegen die Zeit, aber auch Schändung der Zeit, und merkwürdigerweise auch Rache der Zeit. Satinav wird das nicht ungesühnt lassen? Angeblich kann er doch nicht handeln. Simia schließlich sagt uns, dass alles erst der Anfang war. Volkstümlich: Es kommt noch viel dicker!"

Weitere Konstellationen: Aves steht ganz im Norden vor Uthars Pforte, die geöffnet ist, Levthan im Sternbild des Helden. Horas steht in Negation direkt über euch im Bild des Gehörns. Der Siegesstern Ucuri schließlich steht im Delphin.

Deutung nach allen Regeln der Kunst: "Borbarad war und ist Borons Macht nicht unterworfen. Rohals Opfer in den Magierkriegen war vergeblich, auch für Helden wäre es sinnlos, sich jetzt allein dem Feind zu stellen. Das Gehörn, das seinen Kulminationspunkt direkt über Weiden hat, muss als sein astrales Symbol gelten. Horas ist nicht bloß der Glücksstern, sondern auch Träger von Macht und jenseitigen Kräften. Borbarad selbst? Weiden wird zum Hauptschauplatz, dem .· Borbarad Unglück bringt. In einer selten gebrauchten Assoziation des Zwölfkreises mit den zwölf magischen Schulen wird der Delphin mit Beschwörung gleichgesetzt. Alle Beschwörer waren erfolgreich und haben erreicht, was sie wollten."

Wesentliche Teile der Gesamtkonstellation ähneln der vom 22. Boron 590 BF (124 Rohal): dem Tag von Rohals und Borbarads Verschwinden.

 

Al’Anfanische Prophezeiungen

Dies ist die Übersetzung der Al'Anfanischen Prophezeiungen des Thamos Nostriacus, geschrieben um etwa 500 BF.

 

»Wohl erzittert der Sterbliche, wenn sich der Kelch der Katastrophe über ihn ergießet, doch wisse, daß die Ungaben der Unsterblichen oft zwiefach sind.

 

  1. Spruch: Von der Zweiheit der göttlichen Ungaben

Zweimal, nicht einmal wird der Zwist der Zwillingsbrüder offenbar, und der Geber der Gestalt unterliegt, damit der Nehmer der Welt unterliegen muss.

Zweimal, nicht einmal werden die tumben Söhne Ogerons dem Kreuz des Nordens folgen.

Zweimal, nicht einmal werden die Botschafter von Ordnung und Einheit zweiteilen Ordnung und Einheit.

Zweimal, nicht einmal werden die Legionen des Roten Mondes vor das Haus der Gelben Sonne treten.

Zweimal, nicht einmal wird der Rabe nach dem Thron des Herren über Zwölf greifen.

 

  1. Spruch: Von Drachen und Kaisern

Wenn sich Drachenblut mit Menschenblut auf einem Berg von Gold verbindet.

Wenn sich wegen des Schicksals der Zwillingskaiser nicht erfüllen kann das Schicksal der Kaiserzwillinge.

Wenn der alte Elfenkönig und der neue Elfenkönig mit Schiff und Roß heimgekehrt und bewiesen, daß der Elfenkönig nimmermehr wahr.

Wenn der alte Kaiser dem neuen Kaiser nachfolgt.

Wenn in der Neunflüssigen ein Alter Drache bar eines Karfunkels und ein Alter Karfunkel bar eines Drachen weilen.

 

III. Spruch: Von den Handlangern des Untergangs

Wenn der Diener jenseits des Todes den Meister außerhalb des Todes ruft.

Wenn die Verderberin der Leiber einen Leib dem Verderber der Welten verschafft.

Wenn die verlorenen Scharen der Gestaltlosen annehmen die Gestalt der Schar der Verlorenen.

Wenn aus kristallenem Herz der geraubte Schlangenfürst spricht.

Wenn die Bäume auf der See wurzeln, die Festungen über Land wandeln, und die Belagerungstürme über den Himmel ziehen.

 

  1. Spruch: Von den sieben Gezeichneten

Wenn der alleine Ahnende mit dem almadinen Auge angekommen.

Wenn der Bote des wandelnden Bildes zum Bündnis bittet.

Wenn das kühne Tier mit dem Krötensinn seinen Kürschmeister gekürt.

Wenn fünf firnglänzende Finger den Fluch der Felder gefunden.

Wenn nur mehr die stählerne Stirn den schrecklichen Schatten standhält.

Wenn das geflügelte Geschoß dem Grauen der Götter gilt.

Wenn aus sieben Schalen Schärfe schäumt, dagegen kein Schrecknis gewachsen ist.

 

  1. Spruch: Vom Ende des Zeitalters

Dann wird in den Kerker der feurige Blick des Weltenschöpfers fallen.

Dann wird die rote Saat der Gor aufgehen.

Dann wird die letzte Kreatur geboren und gebären.

Dann werden Löwin und Einhorn zu Zweien ins Tal der Finsternis gehen.

Dann werden die Wasser blutig und die Brunnen sauer, der Regen brennend und das Land schimmelig.

Dann wird die Brut den Boden verschlingen.

Dann wird der Rausch der Ewigkeit über die Schöpfung wehen.«

 

– Thamos Nostriacus: Al'Anfanische Prophezeiung

 

 

Orakelsprüche von Fasar

Dies ist die Kunde von den Zeiten, da sich das Angesicht der Welt wandeln wird.

  1. Spruch

 

Wenn der Drache seinen Karfunkelstein verliert, wird sich die Kunde verbreiten von SEINER künftigen Macht und SEIN Diener stirbt und kann doch nicht sterben.

Wenn der Sohn des Raben von der Tochter der Schlange niedergestreckt wird, erhebt sich wieder das leuchtende Zelt, und der Herrscher des Zeltes wird sein der dritte seines Namen.

Wenn der Kaiser aus Borons Schlund ins Goldene Land vertrieben wird, werden die Legionen des Blutgottes ins Herz des Greifen stoßen, und ein Sohn des Fuchses wird den Namens seines Oheims und seiner Muhme tragen.

Wenn der Tote den Toten beschwört, werden sich auftun die Sphären, und es wird sein ein Heulen und Zähneknirschen unter den Zauberern und Gegenzauberern und den Leuchtenden Erleuchteten.

Dann wird erscheinen der Erste der Sieben Gezeichneten und sein Zeichen wird sein der Rubin und das Wissen um SEINEN Namen.

  1. Spruch

 

Wenn der geblendete Blender die verblendete Blenderin trifft, wird ihr gieriger Blick fallen auf die Gier der Menschen und auf IHN, und was ihr zuteil ward, das soll auch IHM zuteil werden.

Wenn die gespaltene Zunge die Schwerter und die geflügelte Zunge die Szepter führt, werden Drachen wieder kreisen und Greifen wieder reisen, alte Partner wieder streiten und alte Gegner wieder zusammenfinden.

Wenn der Schlaf des Hüters gestört wird und sein Heim in dunkle Klauen fällt, wird ein alter Pakt erfüllt, eine alte Schuld getilgt, ein altes Geheimnis gelüftet und ein alter Plan vollführt werden.

Wenn die Ketzerin den Ketzer knechtet, wird der weiße Pelz des Bären rot sein von Blut, und es wird ihr Blut sein und doch nicht ihres, und das formlose Grauen wird annehmen grausame Form.

Dann wird erscheinen der Zweite der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichen wird sein die Kreatur und das Wissen um SEINE Gestalt.

III. Spruch

 

Wenn zwiefach Offenbarungen sich zwiefach offenbaren, werden Zwei eins und ungeschlagen, Eins zwei und untrennbar sein, und SEINE Feinde werden ihre Freunde sein, und SEINE Freunde ihre Feinde.

Wenn von allen einer ahnt, was die Ahnen aller mahnen, werden sich die erwählten Stämme erheben, und zu erheben einen Erwählten, auf dass der Eine alle acht über sich, alle sieben um sich, alle sechs in sich und alle fünf unter sich vereine.

Wenn das Rund des Frevlers in der Runde der Frommen ruht, wird er den Größten gehören und die Größten ihm, und es wird sich schließen der Kreis, um einst zu beenden, was einst beginnt.

Wenn Mönch und Meuchler den Platz für die Nacht teilen, werden die Bannlande erbeben und drei Tore aufgestoßen, und es werden wahre Pforten des Grauen sein für alle die, die da aufrecht sind im Geiste.

Dann wird erscheinen der Dritte der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichen wird sein die zweite Haut und das Wissen um SEINE Macht.

  1. Spruch

 

Wenn die alte Tochter eine neue Mutter gefunden hat, wird die Betrügerin betrogen und die alte ewiggebärende Herrin wird sich gebären eine neue ewige Dienerin, und sie wird IHN erwarten in Unrast und IHM aufwarten in Undank.

Wenn vier Hörner und acht Beine die Wasser teilen und die Bäume verbünden, werden sich erschöpfen die Wasser und begraben die Lande vor den Teilenden und Verbündenden.

Wenn die falsche Schlange den Kopf verliert, wird die funkelnde Verderbnis erneut funkelndes Verderben verbreiten, und der Drachen Herzen werden rasend schlagen in Einmut und Zwietracht und Liebe und Hass und Leben und Tod.

Wenn der Einhändige Erschaffer und die Erschaffung der Vielhändigen um sich die vergessenen Scharen scharen, werden sie vielgestaltig Schande über vielfach geschändeten Ort bringen, und beide werden ihren Meister finden.

Dann wird erscheinen der Vierte der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichen wird die fünfstrahlige Welt sein und das Wissen um SEINE List.

  1. Spruch

 

Wenn der unheilige Verführer Einzug hält in die heiligen Hallen der Verführung, wird sich die stetig Entfesselnde mit dem stets Gefesselten verbinden, und die Ketten werden gelockert werden, auf dass SEINE Stunde schlage und SEINE Zeit komme.

Wenn die Finsterkrone in der Weltenwunde bohrt und siebenstrahlig Schatten wirft, wird die Schwester ihrer Königin folgen und glorreich Einzug halten in die hehren Hallen, und ihr geflügelter Retter wird ihr Schicksal sein.

Wenn der Boden unter toten Schritten schreit und der Himmel in den Schwingen des Untodes kreischt, werden die versprengten Glieder der sphärensprengenden Bestie zucken, die Luft roten Samen spucken und die Erde ihre Kinder schlucken.

Wenn dem größten Grauen Tür und Tor geöffnet werden, wird die Not groß sein und die Zeit knapp, und der Nehmer der Welt wird dem Geber der Gestalt weichen, und es wird sein ein Jubeln und Triumphieren unter denen, die da siegreich waren und grimmiger Trotz unter denen, die da das Erbe für den Spross des Gefallenen tragen.

Dann wird erscheinen der Fünfte der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichen wird sein die Stirn und das Wissen um SEINEN Frevel.

  1. Spruch

 

Wenn die Meister der Sechs ihre Tore öffnen, werden die Sphären in Aufruhr sein und ihre Herren in Zorn geraten, und ihre Diener werden durch die Lande streifen, um Ausschau zu halten nach IHM und sich bereit machen für IHN.

Wenn der Ruf des Falschen Goldes lockt und der Reif der Niederhöllen das Land erdrückt, wird die Kalte Kuppel bersten unter der Last und kalter Hass wird geschürt, kaltes Grausen gespürt und kalte Rache geübt werden, wenn die Schar der Geflügelten verheert das Heer der Gezeichneten.

Wenn der Hüter des Verbotenen Wissens den Hüter des Verbotenen Ortes stürzt, wird der gerupfte Balg des Wächters den Zweien künden von der Dritten, und das Lied des Friedens wird unerreicht erklingen in unerhörten Höhen.

Wenn der Geifer der Siebten in den Nabel der Dritten tropft, wird der Anbeginn der Schöpfung das Ende der Welt schauen, und der nimmermüde Blick des Schöpfers wird erschöpft in den Kerker fallen und mit sich reißen all das, was seine Kinder Ordnung heißen.

Dann wird erscheinen der Sechste der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichen wird sein die Lanze und das Wissen um SEINEN Plan.

VII. Spruch

 

Wenn die Horden des bleichen Fleisches wieder dem Kreuz des Nordens folgen und der gesprengelte Schlächter wieder nächtens wandelt, werden die Länder erzittern und ihre Herren erschaudern ob der Macht, die sie gekostet, und gewappnet werden sie SEINER harren, um gerüstet zu sein für die Größe SEINES Geistes.

Wenn die Sterbende gepfählt wird mit Nadeln aus kaltem Schmerz und sich die Schwarzfaulende Brut an ihrem Blute labt, wird das Wasser brennen, die Luft glühen und der Boden schmelzen, und vereint, was die Götter zu trennen befahlen.

Wenn Raschtuls Kinder ihren Frieden machen, wird ihr Urteil fallen und ihre Stunde schlagen, und es wird von ihnen genommen werden, was ihnen zusteht, und sie werden zur Letzten Waffe greifen und erwecken den Letzten Feind der Götter, dem Grauen zum Gräuel.

Wenn die Schatten der Zwölfe den Himmel sprengen und auf die Erde fallen, werden sie die Verräter verraten und die Verdammten verdammen, doch Niemand wird IHN aufhalten, weil Nichts IHM widerstehen kann, wenn erst der Rausch der Ewigkeit über die Schöpfung weht bis ans Ende aller Zeiten.

Dann wird erscheinen der Siebte der Sieben Gezeichneten, und sein Zeichnen wird sein der Streich und das Wissen um SEINE Zeit.

Schluss

Wenn das Erste Zeichen Seinem Hass erliegt, das Zweite Seinem Willen gehorcht, das Dritte Seinen Krieg führt, das Vierte Seinen Weg beschreitet, das Fünfte Seinen Zwist begräbt, das Sechste Seine Göttlichkeit besiegelt und das Siebte Seine Bestimmung annimmt, dann werden geopfert die Sieben Zeichen sein, und ewig bleiben wird nur ER und die Ruhe vor SEINEM Sturm.

 

—unbekannter Verfasser, exemplarischer Wortlaut, zusammengesetzt aus verschiedenen Quellen

 

Luzelins Testament

 

Ich setze diese Zeilen auf am Abend des 20. Boron. Vor etwa drei Stunden wurde ich Opfer eines unsäglichen Angriffs eines ehemaligen Praiosgeweihten, der vorgab, mich wegen eines Rates aufzusuchen. Es gelang ihm, fast mein ganzes Blut zu trinken - und so bin ich zu dem geworden, was die Bewohner Weidens nur ungern in den Mund nehmen. Welch Ironie doch der Herr des Lichtes am Abend meines Lebens mit mir gespielt hat...

Ich bin mir sicher, daß der Vampir unter einem Zwang stand - allerdings weiß ich nicht, wer ihn zu mir geschickt hat. Es gibt nur wenige Kreaturen hier im Norden, die dies bewerkstelligt haben könnten. Um genau zu sein, nur drei: Der wandlungsfähige Henker von Greifenfurt, Bronn - das Orakel vom Purpurberg, und Walmir von Riebeshoff - Herr der Acheburg. Jedoch weiß ich von keinem der dreie, welchen Grund es gegeben haben könnte, mich auf diese Weise von Satuaria und von meinen Schwestern zu trennen.

 

 

Ich hoffe, diese Zeilen werden von denjenigen gefunden, von denen ich durch meine Schwester Serana erfahren habe - und daß die Zeit gereicht hat, auf daß Oropheîa sie zu mir gebracht hat. Wenn dem so ist, dann wird euch, die dies lesen, trotzdem kaum noch Zeit bleiben. Gwynna die Hex' hatte ich bereits kurz nach den Ereignissen in Dragenfeld zum Herzog geschickt, doch als einfacher Mensch konnte er die Zeichen nicht deuten. Wie auch - niemand weiß, was kommen wird...

Ihr müßt den Ursprung all dieser Plage finden! Und ich befürchte, es muß bis zum nächsten Neumondtreffen geschehen! Nehmt meinen Weidenkorb, wenn euch die Zeit plagt! Der Ort des Übels muß ein Zentrum haben, ein Zentrum, wo sich die Mächte kreuzen. Von der Ebene des Drachen kommend? Vom Pandlarin? Von der alten Eiche?

Desweiteren erkläre ich euch ausdrücklich mit dem Recht, euch mit allem Notwendigen aus meiner Hütte auszustatten. Ich bete zu Satuaria, daß keiner von euch das gleiche Ende finden wird wie ich - auch wenn ihr noch eher eventuelle Hilfe in den Tempeln des Sonnengottes erwarten könntet.

Für mich ist es dafür schon zu spät. Deshalb ist meine letzte und einzige Bitte, daß - egal wer mich findet, ob Hexen oder Wanderer - ich ordentlich bestattet werde. Und nach dem Brauch der Schwestern Satuarias ist dies eine Brandbestattung mitsamt meinem Vertrauten Pallikratz.

Meinen restlichen Besitz vermache ich den Hexen vom Blautann, meine Grotte soll die neu zu bestimmende Oberhexe erhalten.

 

 

 

Satuaria mit Gwynna, mit meiner Tochter Morena und mit dem Blautann...

Satuaria mit Dere, denn die Zukunft wird dunkel...

 

Luzelin vom Blauen Wald

 

Astrologie des Termins 22. Boron, fünfter Rastullahellah, 426. Jahrestag von Borbarads Verbannung in den Limbus

Memento: Das Ritual von Liscom in der Gor fand auch am 22. Boron statt!

 

Die Mondbahn verläuft wie vor einem halben Jahr extrem weit düslich. Die sterbende Mada verbirgt sich direkt im Meridian in Sumus Schale, dem südlichsten aller sichtbaren Sternbilder, und unaufhaltsam streben seit einigen Nächten wieder vier Planeten aufeinander zu: Nandus, Ucuri und Simia in einer eindeutigen Konjunktion, Marbo hingegen im Trigon,.

Die Mada im Süden bedeutet stets Übermacht der Magie. Sumus Schale normalerweise nur Symbol, ist bei dieser extremen Konstellation wörtlich zu verstehen: Die Kraft des Lebens. Die drei hellen Planeten bedeuten eine Warnung vor jemandem, der einen ungewöhnlichen Beginn und Sieg mit dieser Kraft des Lebens erzielt. Marbo in trigonischer Stellung könnte einfach heißen, dass die Lebenskraft einem falschen Ende zufließt, aber bei dieser Konstellation ist die Boronstochter Marbo eindeutig die Hüterin des natürlichen Todes.

Nandus Konjunktion heißt im Foliant „der Weise im Turm“, Marbo im Trigon kann einfach schwarz heißen. Ucuri ist der Falke, Simia das Neue. Sagt uns „Schwarzer Turm des Neuen Falken“ etwas?

Weitere Konstellationen: Horas steht wieder in Negation im Sternbild des Gehörns, das nach halbjährigem Umlauf wieder an der gleichen Stelle steht. Aves steht in Negation zum Sternbild der Schlange, dass sich dem Zenit nähert. Der einsame schnell laufende Elfenstern steht in Harmonie zur Schlange. Kor steht im Sternbild der Eidechse, das jetzt im Boronmond am Osthorizont aufgeht.

Levthan steht im Westen über dem Sternbild des Schwertes, das gerade untergangen ist.

Horas im Gehörn: Das Gehörn das direkt über Weiden, ja sogar Baliho steht, muss als ein astrales Symbol gelten. Die perfekte Wiederholung ist eindeutig. Was bevorsteht ist die unvermeindliche Fortsetzung der Ereignisse von vor einem halben Jahr. Horas ist hier der erobernde Göttersohn, also Borbarad. Aves in der Schlange heißt, dass die Magie nicht frei ist: ein übermächtiges Ritual an einem vorgegeben Ort. Der Elfenstern: Was wissen wir über einen Elf, der mit der Magie auftritt?

Kor in der Eidechse: Die Schändung der Geburt oder Erschaffung. Ein Kunstwesen?

Levthan über dem versinkenden Schwert: Die einfache Deutung ist Vergeblichkeit von Kampf. Es ist nicht zu töten. Aber auch: Die Gier besiegt den Schwertarm. Unsterbliche Gier?

Noch etwas fällt auf: Kor und Levthan, die beiden bösen Planeten stehen direkt über dem Horizont am äußersten Osten und Westen. Wir sind umzingelt. Sämtliche Gegensätze haben sich verbündet. Kälte und Hitze, Mann und Frau, Leben und Tod.